Höhle 2005

 

Pfingstfreizeit des AK 2005

 

(C) by Manuel KurschusVorweg erst einmal es war super...

Obwohl es bei der Ankunft erst einmal eine große Enttäuschung gab:

Es hat geregnet!

Das war am 23.Mai 2005. Wir sind am Kastlhof in Pillhausen angekommen. Das ist direkt am Altmühlkanal (Kreis Kelheim).

Wir haben also gewartet, ob es vielleicht aufhört, damit wir wenigstens unsere Zelte aufbauen können, aber man hat es nicht gut mit uns gemeint.

Also haben wir die erste Nacht im Matratzenlager verbracht, was uns im Endeffekt gar nicht gestört hat, es war nämlich komfortabler als Isomatte und Schlafsack...

Grillen konnten wir abends aber dann, weil es doch noch ein wenig trockener geworden ist.

 

Das war aber noch lange nicht alles!

 

(C) by Manuel KurschusWir mussten schon einmal zur Klausenhöhlen gehen, durften sie aber noch nicht besichtigen. Wir sind nur mit Kerzen schon einmal bis zum Geburtskanal und mussten dann auf Manuel und Iris warten, bis sie durch die Höhle durch waren und wieder zurückgekommen sind. Es war kalt, nass aber hat mich das wirklich gestört? Hat es überhaupt einen von uns gestört? Wahrscheinlich nicht, denn wir haben uns ja alle auf die folgende Woche gefreut und waren schon ganz gespannt, was uns so alles erwarten würde. Mit ein wenig Tratsch und Spekulation haben wir uns die Wartezeit vertrieben. Und wie froh wir waren, als die beiden zurück waren!

(C) by Manuel KurschusAber Iris hat uns auch gleich darauf entmutigt: „Da geh ich nie mehr wieder rein!" Kann es wirklich so schlimm gewesen sein? Und was genau soll so schlimm gewesen sein? Fragen über Fragen, auf deren Antworten wir noch unerträglich lange warten mussten, schrecklich. Wenn ihr das schon zu viel ist, kann es dann nicht sein, das es für uns noch schlimmer wird? Sie ist schließlich eine Powerfrau, der nie etwas zu hart ist, und die nie vor etwas Angst hat. Und wir? Wir wissen etwas. Etwas, das jeder wissen sollte.

Jeder reagiert anders auf Sachen, Dinge, äußere Einflüsse. Und eben weil das so ist haben wir uns nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil, wir haben uns noch genauso gefreut, wie wir das davor auch haben.

(C) by Manuel KurschusZu Recht! Am nächsten Tag durften wir es selbst ausprobieren. Allerdings im Silberloch. Davor mussten wir noch unser Zeltlager aufbauen, es hatte nämlich endlich zu regnen aufgehört! Dann wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Aber jetzt wieder zurück zur Höhle: Ich kann zwar nur von mir sprechen, aber ich denke es hat jedem gefallen. Man konnte endlich einmal seine körperlichen Grenzen austesten und sich freuen, egal ob man wie ich bis ans Ende gegangen ist, oder ob man den Mut hatte zu sagen: „Das pack ich nicht mehr"

um zurückzugehen und sich nicht dafür zu schämen, denn auch Schwäche zeigen kann eine Stärke sein, wie wir seither alle wissen und uns darüber freuen!

Interessant war außerdem, dass man auf einmal Ängste erfährt, die man vorher noch nie bei sich erlebt hat, oder Freude, die aufkam, etwas so derartiges erleben zu dürfen.

(C) by Manuel KurschusWer aus dieser Gruppe sagt, es habe ihm gar nicht gefallen, ist in meinen Augen ein Lügner.

Wenn man so viel Neues erlebt und entdeckt, kann es nur toll sein.

Für mich, und auch für die anderen, denke ich zumindest, war es ein sehr faszinierendes Erlebnis. Was Mutter Natur alles geschafft hat, und wie lange es überhaupt braucht, bis so etwas entsteht! Diese Höhlen sind auch eine der wenigen Dinge, die noch natürlich sind und nicht touristenfreundlich bearbeitet wurden. Schade eigentlich. Zum Abendessen gab es Fleisch im Lehmmantel. Köstlich, muss ich sagen. Aber ein bisschen spät war es schon. Es war eigentlich immer sehr spät, wenn wir gegessen haben. Aber wenn man Manuel fragt, sind wir ja auch elend spät aufgestanden...

Auch der dritte Tag war super.

(C) by Manuel KurschusManuel hat mehrere Zitate, auf kleine Kärtchen gedruckt, am Boden verteilt. Wir hatten ein paar Minuten Zeit, sie durchzulesen und uns eine auszusuchen, die unserer Meinung nach am besten zu uns passt. War sehr spaßig. Trotzdem gab es erst einmal Protest.

Ich war auch im Jahr davor mit auf der Pfingstfahrt dabei, da war der dritte Tag frei und wir mussten nichts tun. Haben wir auch nicht, wir haben uns nur über unseren Muskelkater beschwert und sind faul herum gelegen.

Nicht aber diesmal. Am Anfang haben wir natürlich gemeckert, dass wir einen freien Tag haben wollen, aber es half nichts.

Noch eine Höhle. Die Klausenhöhle. Wieder zwei Gruppen. Eigentlich hatten wir bei jedem Ausflug zwei Gruppen. Und ich muss sagen, dass die Gruppen immer sehr schön aufgeteilt waren, es hat eigentlich nie Probleme deswegen gegeben.

(C) by Manuel KurschusAber jetzt zum eigentlichen Thema zurück... Der Weg dorthin war sehr anstrengend, aber wie immer hat es sich gelohnt. Auch diese Höhle war wieder ein tolles Erlebnis! Sehr eng, sehr dunkel, sehr feucht... Und wieder eine neue Herausforderung, da schon ein wenig geschafft vom vorigen Tag. Außerdem haben wir Abseilübungen gemacht. Wäre bestimmt lustig gewesen, aber manche Spezialisten wollten wohl andere nicht machen lassen. Noch dazu war ich richtig fertig... Und dreckig...

Zum Abendessen gab es wieder unheimlich leckere Sachen! Geräucherter Fisch und geräucherter Mozzarella aus der Blechdose! Hmmm, himmlisch!

(C) by Manuel KurschusDer vierte Tag. Mein Favorit, denn wir mussten einen Orientierungslauf meistern.

Manuel hat uns vorweg mit Karte und Kompass vertraut gemacht, dann wurden wir (wieder mal) in zwei Gruppen aufgeteilt und irgendwo ausgesetzt.

So, dann ging es los: „Wo sind wir? Wo müssen wir hin? Wie kommen wir da hin?"

Diese drei Fragen mussten wir uns stellen. Wo wir hin mussten, wurde uns gesagt, um den Rest mussten wir uns alleine kümmern.

An dieser Stelle möchte ich nochmals darauf hinweisen, wir waren ZWEI Gruppen! Was in der anderen Gruppe passiert ist, kann ich nicht beurteilen, nur Berichte von anderen wiedergeben, aber das ist ja schließlich mein Bericht über meine Eindrücke. Deshalb bin ich der Meinung, dass es nicht angebracht wäre. Ich lasse es einfach bleiben.

Wir, die „Batteriegruppe", hatten auf jeden Fall einen Heidenspaß...

Da uns gesagt wurde, wir sollten nicht auf den eingezeichneten Straßen und Wegen laufen, haben wir das auch nicht getan.

Wenn Manuel und Iris gewusst hätten, welchen Weg wir uns aussuchen würden, hätten sie es uns höchst wahrscheinlich verboten... Nun, da es aber so passiert ist und ich es sowieso nicht rückgängig machen kann, will ich es ja auch niemandem vorenthalten.

Wir sind durch einen Wald direkt am Flussufer der Donau gelaufen, sind aber irgendwann auf Felsen gestoßen und saßen sozusagen in einer Sackgasse. Weil es uns aber sicherlich eine halbe Stunde, wenn nicht sogar noch länger gekostet hätte, wieder zurückzulaufen, haben wir uns dazu entschlossen die Felsen einfach hochzuklettern. Wir hatten Angst. Und den Drang, es zu schaffen. Der Drang war größer als die Angst. So hat es letztendlich sogar Geraldine geschafft, die während der Freizeit ihre Höhenangst entdeckt hat. Irgendwann kam ein Anruf, zur Vorsicht hatten wir Handys dabei, falls uns etwas passiert, wo wir denn seien, auf einem Feldweg wären wir schon längst da gewesen. Wir waren fertig und verschwitzt und geschafft, und müde und, und, und... Und stolz. Auf uns. Obwohl wir als Letzte am Ziel angekommen sind. Und die anderen versucht haben, uns deshalb nieder zu machen (hört sich schlimmer an als es ist, sie haben es uns einfach unter die Nase gerieben)

Ich würde so etwas sofort wieder tun.

Danach geht es einem gut, man ist in der Natur, mit Freunden, man lacht, man diskutiert welcher Weg der Richtige sei, und man überhaupt in die richtige Richtung geht, man schweigt und weiß ich habe jemanden, mit dem ich reden könnte...

Es ist wunderbar.

(C) by Manuel KurschusDanach sind wir auf jeden Fall zurück zum Campingplatz gefahren und haben in der dazugehörigen Wirtschaft, dem Kastlhof, Eis gegessen und etwas getrunken. Sozusagen als Belohnung.

Zum Campingplatz muss man noch sagen, dass er sehr schön war und wir ziemlich viel Glück hatten, da er nicht großartig besucht war, wir also recht ungestört waren.

Und was gab es diesmal zum essen? Brennnesselsuppe und Gänseblümchenpfannkuchen!

Sehr schön und harmonisch waren übrigens die Abende... Herrlich, am Lagerfeuer sitzen, ein wenig quatschen, der Gitarre lauschen und ein bisschen singen. Noch dazu muss die wunderbare Küche von Manuel gelobt werden! Brennnesselsuppe, zugegeben, es hört sich verdammt eklig an, schmeckt aber köstlich, oder Stockbrot genauso wie geräucherter Mozzarella, der geräucherte Fisch ist bestimmt auch gut, wenn man es mag... Und so weiter... Das einzige, was nicht so toll war, waren ein paar zickende Mädchen (sie haben sich aber nur gegenseitig angemeckert, und ja, ich war auch dabei...)

Was aber soll man noch dazu sagen? Wir haben viel gelernt, zum Beispiel was der Vaginalschluf und der Geburtskanal ist, und was Manuel als Bauchmuskelkitzler bezeichnet, wie toll es ist, sich mal richtig auszupowern und das man nicht immer eine Disko oder eine schicke Bar braucht, um einen schönen Abend verbringen zu können! Sich dreckig machen ist nicht eklig, sondern höchst spaßig, und Singen, wenn man es überhaupt nicht kann noch schöner, als wenn man die schönste Stimme von allen hat. Julia wird mir Recht geben. Außerdem: Schwäche zeigen ist eine Stärke und vor allem: Nicht unterkriegen lassen! Zurück zur Natur und im Einklang mit sich selbst sein. Weil Sie es sich wert sind! So würde ich es nennen, wenn man es in einem Reiseführer mit einem Motto betiteln müsste.

Ein Erlebnis erleben!

Manuel, das hast du gut gemacht. Genau der richtige Titel. Vielleicht erfreut er uns ja auch irgendwann einmal mit einem Kochbuch in dem alle deine eklig klingenden, aber wohlschmeckenden Gerichte drin sind!

(C) by Manuel KurschusDer letzte Tag. Freitag. 27. Mai 2005. Lagerabbau. Heimfahrt. Schade, dass es schon vorbei ist. Alle denken das gleiche: „Ich will nicht weg hier!" Aber es muss ja irgendwann so sein. Der einzige Trost ist, dass es nächstes Jahr wieder eine Pfingstfahrt geben wird. Ob ich wieder dabei sein kann, weiß ich nicht. Ich werde Schulstress haben. Abschlussprüfung. Aber ich wünsche allen, die dabei sein wollen viel Spaß!

Während ich das hier schreibe könnte ich mir fast überlegen immer so zu leben, wenn ich kein so verwöhntes Stadtkind wäre und diesen ganzen Stress, der mit einer Großstadt (ich bin eine Münchnerin) verbunden ist nicht so lieben würde! Ich glaube auch fast, dass das mein erholsamster Urlaub war, obwohl ich sonst nur Cluburlaub am Strand oder das Freibad in München kenne. Kaum zu glauben, was? Ich habe mich selten so erholt und frisch gefühlt, nachdem ich wieder zu Hause angekommen bin, wie damals...

Ich würde das jederzeit wieder tun und es jederzeit einem Freund empfehlen.

Normalerweise machen so etwas ja nur schräge Vögel, aber sind wir nicht alle gern einmal ein bisschen „schräg"?

 

Vanessa Schwab