Allgemeine Planung

 Eine erlebnispädagogische Unternehmung verlangt eine genaue und vollständige Planung. Der folgende Ablauf ist als Richtlinie für eine optimale Planung gedacht. Die einzelnen Schritte müssen jedoch für jede Aktivität überprüft und wenn nötig angepasst werden.



Grobplanung:

Voraussetzungen abklären

Anforderungen an die Leitungsperson

Mitbestimmung

Alter

Gruppengröße

Tagesleistung

Ideensuche

Vorentscheide

Übernachtungen

Gepäcktransport

Routenwahl

Überprüfung und Entscheidung


 

Vorraussetzungen abklären



Es gilt abzuklären:

Tipp

Wer übernimmt die Leitung der Unternehmung ?

Tipp

Wer sind die TeilnehmerInnen und wie weit gestalten oder bestimmen diese die Unternehmung mit ?

Tipp

In welchem Alter sind Die Teilnehmenden, haben sie Vorkenntnisse in dieser Art Unternehmung ?

Tipp

Wie viele Personen nehmen teil ?

Tipp

Welche Interessen in Bezug auf die Art der Unternehmung haben die Teilnehmenden ?

Tipp

In welchem Zeitraum wird die Aktivität durchgeführt ?

Tipp

Welche finanziellen Mittel stehen zur Verfügung ?

Tipp

Ist eine Region für die Durchführung vorgegeben ? (Anreisezeit, Finanzen.......)

Tipp

Welche maximalen und minimalen Tagesleistungen sollen erbracht werden ?

 

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Anforderungen an die Leitungsperson


Sinnvollerweise übernimmt mindestens ein Zweierteam die Leitung der Unternehmung. Die Verantwortung kann aufgeteilt werden und die Flexibilität bei Planung und Durchführung ist besonders in heiklen Situationen erhöht. Nehmen Knaben und Mädchen teil, setzt sich das Leitungsteam am Besten aus einer Frau und einem Mann zusammen. Weitere Anforderungen and die Leitungspersonen sind:

Tipp

Genügend Erfahrung mit der geplanten Unternehmungsform

Tipp

Gute körperliche Verfassung

Tipp

Bereitschaft, auf Probleme und Fragen in der Vorbereitung Hilfestellung zu geben

Tipp

Fähigkeit, in kritischen Situationen Entscheidungen zu treffen

Tipp

Organisatorisches Talent


Ist das Leitungsteam in gewissen Bereichen unsicher, muss es die Unternehmung von einer Fachperson (erfahrene oder ortskundige Personen, Bergführer, ....) überprüfen lassen.

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Mitbestimmung


Nicht alleine ausgefallene Ideen einer Unternehmung machen ihren Erlebniswert aus. Entscheidend ist auch, wie viel jede und jeder selbst zum Gelingen beitragen kann. Der Faktor "Mitbestimmung" motiviert die Teilnehmer maßgeblich. Die verantwortlichen Personen müssen deshalb Aufgaben soweit möglich an die Teilnehmenden weitergeben. Mit zunehmender Erfahrung und Alter der Teilnehmenden können sie mehr Verantwortung übernehmen. Dabei darf nie vergessen werden, dass die Gesamtverantwortung bei der Leitung bleibt. Die Delegation von Aufgaben und Verantwortung fordert von den Teilnehmenden aktives Mitdenken. Es macht einen großen Unterschied, ob jemand an einer Unternehmung bloß teilnimmt, oder ob sie oder er bereits bei deren Vorbereitung mitwirkt und diese so beeinflussen kann. Dank der Mithilfe bei der Organisation einer Unternehmung fühlen sich die Teilnehmenden mitverantwortlich. Mitbestimmung ist nicht zuletzt auch eine Sicherheitsfrage. Das gemeinsame Organisieren und Erarbeiten von z.B. Route, Übernachtungsmöglichkeiten, Programm oder Menüplan fördert nicht nur die Selbstständigkeit und vermittelt neue Kenntnisse, sondern lehrt die Teilnehmenden Gefahren und Risiken zu erkennen. So werden Anforderungen und Erwartungen allen klar.

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Alter


Länger dauernde Unternehmungen sind für Kinder bis zwölf Jahren eher ungeeignet. Nicht alleine das Alter, sondern auch die körperliche Verfassung, die Selbstständigkeit und die Erfahrung der Teilnehmenden sind entscheidend. Jugendliche müssen auf Unternehmungen Verantwortung für sich und die Gruppe übernehmen können. Diese Feststellung sollen jedoch nicht davon abhalten, mit Kindern geeignete Unternehmungen durchzuführen.

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Gruppengröße


Idealerweise ist die Gruppe für eine Unternehmung kleiner als 20 Personen. Grosse Gruppen brauchen eine aufwendige Infrastruktur und sind unflexibel, wenn organisatorische Änderungen nötig werden wie Wahl einer anderen Unterkunft, Bewirtung, öffentliche Verkehrsmittel... Gruppe über 10 Personen sollen für Tagesetappen in optimale Gruppengrößen mit 4-6 Personen aufgeteilt werden. Dies gilt, sofern in jeder Gruppe eine verantwortliche Person über das notwendige Wissen verfügt und jede Kleingruppe vollständig mit dem notwenigen Gruppenmaterial ausgerüstet werden kann (Apotheke, Karten....).

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Tagesleistung


Nachdem festgelegt ist, wie viel die Teilnehmenden pro Tag leisten sollen, kann eingeschätzt werden, welche Unternehmungen überhaupt möglich sind. Die Leistung darf durchaus eine Herausforderung sein, aber keinesfalls eine Überforderung. Da Prinzip "Leistung ja, aber freiwillig mit gewissem Druck" ist besonders wichtig, damit die Motivation und der Durchhaltewille gewährleistet sind. Die Leitungspersonen dürfen zwar zu einer längeren Tagesetappe motivieren, die körperliche Anforderung darf aber keinesfalls heruntergespielt werden. Teilnehmende nie zu etwas zwingen ! Die Anforderungen müssen klar mitgeteilt werden. Vielleicht können die Teilnehmenden ihre Leistung selbst bestimmen, indem sie aus mehreren Streckenvarianten eine wählen. Allerdings sollte den Teilnehmenden bewusst gemacht werden, dass diese Wahl dann auch durchgestanden werden muss. Schließlich sollen Grenzen überwunden werden.

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Ideensuche


Es gilt abzuklären:

Tipp

Welche Unternehmungsziele - und routen sind bereits bekannt ?

Tipp

Gibt es Unterlagen, die angefordert oder ausgeliehen werden können (Karten, Prospekte, Bücher) ?

Tipp

Können Erfahrungen und Ideen von anderen Personen eingeholt werden ?

Unterschiedliche Quellen liefern uns Ideen für Unternehmungen: Erfahrene Personen im Bekanntenkreis oder in Sportgeschäften, Fachliteratur und -zeitschriften, Bücher, Prospekte, Tourismusbüros, usw.. Die Wahl eines Mottos kann ebenfalls Impulse für eine Unternehmung geben. Zu den jeweiligen Unternehmungsarten sind viele interessante Broschüren erhältlich bei:

Schweiz Tourismus
Bellariastrasse 38
CH - 8027 Zürich
Tel.: +41 1288 11 11
postoffice@switzerlandtourism.ch
http://www.switzerlandtourism.ch/

Österreich Werbung
Margaretenstr. 1
A - 1040 Wien
Tel.: +43 1587 00 00
Fax: +43 15 88 66 20

Deutsche Tourismuszentrale
Beethovenstr. 69
D - 60325 Frankfurt am Main
Tel.: 069 - 97 46 40
Fax: 069 - 78 19 03

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Vorentscheide


Es gilt abzuklären:

Tipp

Unternehmungsart:z.B. Wandern, Floss, Fahrrad oder gemischt

Tipp

Art der Übernachtung: Zelt, Pension, Jugendherberge, Bauernhof, Alpenhütte

Tipp

Art des Gepäcktransports

Tipp

Wahl der Region

Tipp

Ausgangspunkte und Ziele

Tipp

Mögliche Routen, inklusive Ausweichvarianten

Tipp

Genaue Daten

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Übernachtungen


Als Übernachtungsgelegenheiten auf Unternehmungen eignen sich Zelte, Gruppenunterkünfte in Restaurants, Jugendherbergen, SAC- oder Alpenhütten und Übernachtungen unter freiem Himmel. Mit größeren Gruppen ist immer eine Voranmeldung erforderlich. Kleinere Gruppen können spontaner agieren. Häuser bieten den Vorteil, dass meist nur ein Leinenschlafsack mitgenommen werden muss. Im Zelt oder bei Übernachtungen unter freiem Himmel ist die Gruppe zwar sehr flexibel, dafür wird viel Material wie Zelt, Schlafsack und Isolationsmatte benötigt. Bei ungünstiger Witterung müssen Notunterkünfte zur Verfügung stehen.. Eine Broschüre mit zahlreichen Bauernhöfen in der Schweiz, die Übernachtungsgelegenheiten im Stroh ("Schlaf im Stroh") für Gruppen anbieten, ist bei der Schweiz Tourismus, Adresse siehe unter "Ideensuche", erhältlich.

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Gepäcktransport


Die Leistungsfähigkeit und das Alter bestimmen, wie viel Gepäck mitgetragen werden kann. Kinder und Jugendliche werden teilweise von der Teilnahme abgehalten, wenn sie zu schwer tragen müssen. Neben den verschiedenen Möglichkeiten des Gepäcktransports kann das Gepäckvolumen natürlich durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden: Übernachtungsart (Zelt oder Haus), Dauer der Unternehmung, Verpflegung.......... Übersicht zu verschiedenen Arten des Gepäcktransports mit Vor- und Nachteilen gibt es hier zum Download !

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Routenwahl


Bei der Routenwahl muss auf folgende Kriterien geachtet werden:

  • Ausgangspunkt und Ziel sollten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein.
  • Die Länge der Route richtet sich nach der Kondition der Teilnehmer.
  • Geeignete Unterkünfte, Biwakplätze und allenfalls Notunterkünfte müssen vorhanden sein.
  • Die Route sollte abwechslungsreich sein.
  • Langweilige Teilstücke wie endlose Wege, Täler oder Ebenen mit öffentlichen Verkehrsmitteln überbrücken (je nach Alter und Teilnehmerzahl)
  • Ausweichvarianten, eventuell kürzere und längere Varianten, ermöglichen eine Differenzierung und Einteilung in Leistungsgruppen.
  • Anstrengende Teilstücke den Tageszeiten anpassen. (nicht bei brennender Hitze einen schweisstreibenden Aufstieg unternehmen.)
  • Der Jahreszeit anpassen (Höhe, Schnee, Wetter).
  • Bei längeren Unternehmungen wird das "Angewöhnen" durch kurze Etappen erleichtert. Erst danach anstrengendere Strecken einplanen, jeweils gefolgt von einer Kurzetappe oder einem Ruhetag. Gegen Ende der Unternehmungen die Teilstücke etwas kürzer wählen, da die Müdigkeit zunimmt.
  • Einkaufsmöglichkeiten unterwegs erlauben es, weniger Lebensmittel mitzutragen.
  • Jeder Tag hat ein Ziel, wobei manchmal auch der Weg das Ziel sein kann.
  • Unterwegs abwechslungsreiche Aktivitäten ermöglichen (Fluss zum Baden, Fluss zum Überqueren etc.)

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Achtung


Überprüfung und Entscheidung


Nach der groben Planung einer Aktion oder Freizeit, gilt es, diese Grobplanung zu überprüfen und auf "Herz und Nieren" hin zu untersuchen. Dabei spielen zwei Fragen eine wichtige Rolle:

  • Entspricht die Unternehmung den Wünschen und Fähigkeiten der Teilnehmer ?
  • Sind Leitung und Teilnehmende den Anforderungen gewachsen ?

Hierbei gilt es zu bedenken, dass durchaus auch die eigenen Grenzen der Teilnehmer aufgezeigt werden sollen. Deshalb ist es nicht unbedingt notwendig, die Planung an den schon bestehenden Fähigkeiten der Teilnehmer zu orientieren. Vielmehr sollte ein Ziel sein, den Teilnehmenden neue Horizonte und Erfahrungen zu ermöglichen. Hierbei dürfen natürlich die nötigen Sicherheitsvorkehrungen nicht außer Acht gelassen werden. Wenn die Planung dieser Überprüfung stand gehalten hat, evtl. Unstimmigkeiten und Probleme beseitigt sind, gilt es, eine endgültige Entscheidung zu treffen.

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