Neue Fotos!

Die Fotos des erlebnispädagogischen Seminars 2009 und der Pfingstfreizeit 2009 sind online und stehen in der Galerie zur Ansicht und zum fröhlichen Kommentieren bereit! 

Neuer Erlebnisbericht!

Zu finden unter Erlebnisberichte


Globetrotter Ausrüstung

Landstreicher für 5 Tage

Von der Idee...

Nach Bergtouren, Kanutouren und Höhlentouren stand der Wind nach etwas Neuem, etwas Anderem. Wie wäre es denn, einfach mal NUR zu Laufen? Doch wie bewegt man Jugendliche in der heutigen Konsumgesellschaft zum „einfach mal nur Laufen"?

...zu den Zielen...

  • Spende an die Kartei der Not
  • Neues Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen für elementare Bedürfnisse
  • Üben der Unabhängigkeit von Konsummitteln
  • Erfahren der eigenen physischen und psychischen Möglichkeiten und Grenzen in besonderen Belastungssituationen
  • Erleben der Gruppe und der eigenen Person in der Gruppe in besonderen Belastungssituationen
  • Freude und Spaß an einer mehrtägigen Unternehmung in einer Gruppe
  • Erfahrung von Kultur- und Naturlandschaft
  • Erleben des begangenen Wegs als Metapher für verschiedene Lebenswege

...zur Durchführung

Eine Gruppe von 13 Jugendlichen wanderte in fünf Tagesetappen zwischen 32 und 15 Kilometern insgesamt 105 Kilometer von Füssen lechabwärts auf dem Lechhöhenweg nach Klosterlechfeld, für die letzte Strecke nach Augsburg wurde der Zug genutzt. Die Schüler waren minimal ausgestattet, übernachteten auf Wiesen oder in Privatgärten. Die Verpflegung mussten sie mit einfachsten Mitteln selbst organisieren und Mahlzeiten unter archaischen Bedingungen selbst herstellen. Die Fachkräfte stellten den Kindern und Jugendlichen jeden Tag erlebnispädagogische Aufgaben, die sie - während ihrer Wanderung oder im Anschluss an die Tagesetappe - zu bewältigen hatten, meist im Zusammenhang mit lebenspraktischen Erfordernissen. So sollten die Jugendlichen mit einem kleinen Geldbetrag zwei Tage lang selbstständig und kooperativ für die Verpflegung der Gruppe sorgen. Eine weitere Aufgabe stellte sich den Jugendlichen, als sie - auf sich gestellt - eine Tagesetappe nur mit Karte und Kompass und einer vagen Wegbeschreibung meistern mussten.

Jeder Schüler wurde von einem Unternehmen aus Augsburg oder Umgebung gesponsert, das für jeden seiner Schritte oder jeden gegangenen Kilometer einen gewissen Betrag zahlte. Die gemeinsam „erlaufene Summe" von über 1400€ wurde der Kartei der Not zur Unterstützung von in Not geratenen Familien gespendet.


 

 

Wir haben eine unglaubliche Tour, eher Tortour gemacht und jeder der mit Gepäck einmal 10km gelaufen ist kann das verstehen. Jetzt ist es ja nicht so, dass wir hier nur die Sportskanonen dabei gehabt hätten, ganz im Gegenteil! Es waren eigentlich eher die ganz normalen Jugendlichen und Autofahrer wir Du und Ich. Wir haben unser Ziel jeden Tag und nach insgesamt 5 Tagen erreicht, wir sind stolz auf unsere Jugendlichen und auf uns insgesamt!

 

Einer war dabei, der sagte selten etwas und lief still vor sich hin, da kam kein Murren oder sonst etwas. Zum Abschied sagten wir ihm, dass wir sehr stolz darauf sind, wie er die Tour durchgehalten hat und er meinte nur ganz lässig: „Naja, ich hab mich halt einfach mal gehen lassen...!" Vielen Dank Michael!

 

Einer war dabei, von dem hörten wir sehr häufig ein „Boah ich hab keinen Bock mehr, verdammt tut mir alles weh, oh was für ein Scheiß ist das hier eigentlich". Meist war er der Letzte: Beim Laufen, beim Zubettgehen, vor allem aber beim Aufstehen, es sei denn, er schlief auf Ehe-Biertischen. Unser Gesprächstherapeut vom Schneiderkreis, vielen Dank Lukas!

 

Eine war dabei, die hatte die ausgelatschtesten Schuhe, die wir je gesehen haben, dabei aber immer gute Laune. Sie war unsere Lagerfee und hätte nebenzu noch drei andere Zeltlager organisieren können wenn es hätte sein müssen. Es war wirklich „mega unärrrrodisch". Vielen Dank Sabrina!

 

Einer war dabei, der lief cool und langsam vor sich hin und musste dauernd erzählen, dass er nicht mehr kann. Gleich am ersten Tag hat er die Erfahrung gesunder Lebenseinstellung gemacht und dabei die meisten Schritte auf der ganzen Tour zu Stande gebracht. Wir haben uns Sorgen gemacht, dass er bereits in Gundremmingen gelandet war, als ihm Kernkraftwerke im Wege standen. Wir sagen nur W.E. und sauer.... Vielen Dank „Dave" Manuel!

 

Mädels und Schuhwerk sind ein Thema für sich! Eine war dabei, auch sie eine kleine Haushaltsfee die immer sehr um das Wohl Anderer besorgt war und vor allem uns stets mit Kaffee versorgte. Sie hatte einen mords Antrieb für alle und sieht Zecken auf zwei Kilometer Entfernung.... Vielen Dank Anja!

Eine war dabei, die zeigen musste, dass ihr Spitzname „Motzi" nicht rechtmäßig ist. Dafür konnte man auf Grund ihres Sonar-Ortungssystems immer sicher sein, sie nicht verloren zu haben. Gott sei Dank behielt sie auch die Zügel unserer Kutsche in der Hand, zumindest wenn es um das Beladen ging. Vielen Dank unserem Stauwunder Kerstin!

 

Einer war dabei, unser Survival-Man der 1. Klasse, hatte alles dabei, alles im Griff und trabte selbst durch unwegsamstes Gelände. Dabei konnte er Lieder singen, die wir an dieser Stelle lieber nicht wiederholen wollen. Mit ihm würden wir uns drei Wochen in der Wüste aussetzen lassen und hätten keine Angst.... unser Chief Sergeant Jimbo, vielen Dank Daniel!

 

Eine war dabei, die schon am Ankunftstag mit neuester Ausrüstung glänzte uns sich wirklich gut vorbereitet hatte. Die erste Nacht schlug sie sich gleich mal um die Ohren und hielt durch. Es war eine harte Tour für sie und die größte persönliche Herausforderung... aber im Takt der Stöcke kann man alles schaffen! Vielen Dank Lisa!

 

Einer war dabei, unser Einsatzmann im Krisengebiet, die beste Ausrüstung für wirkliche Gefahr und mitten aus der Kampfzone - er wäre unsere Rettung gewesen wenn es gefährlich geworden wäre und forderte das Panzerbataillon schon an, wenn Autos zu schnell über Brücken fuhren. Im Weilheimer Gebiet wurde er von Fallschirmjägern gesucht, wahrscheinlich weil er wusste, wie man mit Fröschen umgeht. Er erfand tolle Lieder und wir hatten Bauchschmerzen vor Lachen mit ihm. Vielen Dank Maximilian!

 

Eine war dabei, die war ganz still und das verwundert umso mehr, wenn man einmal ihre Füße bewundern durfte. Keine Klage kam von dieser Seite und sie lief langsam weiter - dafür hat sie morgens die meisten Spüldienste der ganzen Gruppe geleistet. Vielen Dank Tamara!

 

Einer war dabei, der war ein Riesenschussel, aber er weiß das auch. Vor allem am Mittwoch ist er bestimmt den doppelten Weg gelaufen und schoss Sprüche in einer Geschwindigkeit ab, dass man sich nicht mehr halten konnte. Sehr erfahren in Freizeiten schlägt er die Natur mit ihren eigenen Waffen und betitelt sich mangels Essen als Super-Pommes. Juuuuch... Vielen Dank Fabian!

 

Einer war dabei - und das nicht freiwillig. Er wurde von uns gezwungen und konnte sich nicht wehren. Dabei machte er die Erfahrung, dass alles ganz schrecklich ist, er sehr viel schimpfen muss, er irgendjemanden erschlagen muss, dass Weilheimer nicht winken und er gut auf dem Bus turnen kann. Vielen Dank Daniel unser Hortkind!

 

Eine war dabei, die wurde schon am zweiten Morgen von uns zum Chef des Lagers ernannt. Nie verlor sie den Überblick, und wenn doch, nahm sie einfach ihren Blindenhund zur Hilfe. Oder war es doch ihr Schlittenhund Flipsi (Fabian mag keine Chips), der ihr half, über unwegsames Gelände hinweg zu kommen? Vielen Dank Michaela!

 

Last but not least - mein super Team!

 

Eine Frau wie ein Baum in der Wüste, der Trotz Hitze und Trockenheit nie die Hoffnung verliert, doch noch Wasser zu finden. Und wenn das nicht einfach dann mit systhemischer Gewalt. Sie verdient den ersten Preis wenn es darum geht, Schmerzen ausgehend vom kleinen Zeh über die Waden bis hin zur Wirbelsäule so anschaulich zu beschreiben, dass es einem selbst weh tut... Vielen vielen Dank Iris!

 

Ein Mann mit Nerven wie Drahtseile, die wir auch alle sehen konnten, der Mülleimer für die gesamte Gruppe, der sich immer um unser Wohl gekümmert hat. Wahnsinnig viel Ballast hat er auf sich genommen, unser Motivator, unser Gute-Laune-Bär, der Mann, der mit dem heißen Reißverschluss tanzt, der Mann mit Links-Rechts-Legasthenie und Nord-Süd-Dyskalkulie. Vielen vielen Dank, Martin!

 

 

Vielleicht folgt hier ja noch demnächst mal ein Erlebnisbericht von Teilnehmern, viele wollten einen schreiben, keiner hatte bisher die Zeit, dies auch zu tun....